Literaturprojekt der Initiative „Dialog der Generationen“ von WERTE ERLEBEN e.V. in Zusammenarbeit mit den Thalia-Buchhandlungen
Titel:
„Geschichten über Menschen mit wertvollen Geschichten
Geschichten über Menschen mit Geschichte – wertvolle Erinnerungen einer Generation
Eine Porträtreise durch die wertvolle Geschichte Hamburger Bürger
Die Idee:
Schulklassen aus den unterschiedlichen Hamburger Stadtteilen und Regionen porträtieren Menschen aus der Stadt, die Geschichten erlebt, erlitten und gestaltet haben, bei denen ihnen die von ihnen verinnerlichten Werte und die daraus resultierenden Verhaltensweisen unterstützend zur Seite gestanden haben. Dabei liegt der Fokus nicht auf Prominenten älteren Menschen, sondern auf den älteren Menschen aus der Nachbarschaft, die aufgrund ihres schon langen Lebens Erfahrungen, Eindrücke, Erkenntnisse und vielleicht auch Weisheiten gesammelt haben, die berichtenswert sind.
1. Phase
Thalia und das Hamburger Abendblatt rufen zur Teilnahme an einem Schreibprojekt auf. Der Aufruf richtet sich an Schulklassen als „Journalisten/Schreibende“ einerseits und an „Menschen mit Geschichten“ andererseits. Über WE kann eine Zusammenführung erfolgen, wenn die Klassen nicht selbständig in ihrer Vorbereitungsphase eine Person zur Porträtierung finden.
Schon zu diesem Zeitpunkt muss die thematische Orientierung dahin gehen, dass sowohl der Aufruf aber auch die Information der Lehrer vor Beginn des Projektes deutlich macht, dass Geschichten gesucht werden, die den positiven Effekt einer werteorientierten Lebensweise oder Entscheidungsfindung verdeutlichen. Vorstellbar sind auch Geschichten, die erst im Rückblick zeigen, dass ein anderes werteorientiertes Verhalten eine Lebenssituation vielleicht ganz anders aufgelöst bzw. befriedet hätte.
Die Ausrichtung des Aufrufes an einen Klassenverband sichert eine didaktische Vorbereitung der Projektarbeit. WERTE ERLEBEN kann über das bestehende Netzwerk direkt als engagiert bekannte Schulen und Lehrer zur Teilnahme auffordern. Die Begleitung der schreibenden Tätigkeit durch einen Lehrer ermöglicht erste redaktionelle, orthografische und konzeptionelle Unterstützung der Schüler durch die Lehrer. Im Hinblick auf das Ziel, ein verkäufliches Buch am Ende der Projektarbeit vorstellen zu können, erscheint das ratsam.
2. Phase:
Diese Phase findet schulintern statt. Die teilnehmenden Klassen machen sich auf die Suche nach ihrem „Menschen mit wertvoller Geschichte“.
Denkbar wäre, dass die Lehrer zu Beginn der Projektphase ihre Klasse überlegen lassen, wie Jugendliche in ihrem Alter wohl vor 50/60 Jahren gelebt haben und durch welche Verhaltensanforderungen, das Leben bestimmt war.
Wie z.B. Mut in der Nachkriegszeit, Respekt den Älteren gegenüber, Vertrauen zu anderen finden, obwohl man enttäuscht wurde, großer Respekt den Eltern gegenüber, Selbstachtung erhalten, wenn man z.B. als Frau immer wieder auf Barrieren stößt etc.
Wenn somit ein Raster an Lebens- und Fragestellungen gefunden ist, beginnt die Suche nach den zu Porträtierenden. Wenn die Klasse mehrere Ältere porträtieren will oder soll, könnte man nach einer Klammer der verschieden Menschen oder Geschichten suchen. Hier könnte in Betracht kommen, die einzelnen Geschichten einer Klasse durch einen „Wert“ miteinander zu verbinden.
Als zu porträtierende Personen sind vorstellbar:
Jemand, der die große Flut in Hamburg erlebt hat und Vertrauen anderen geben musste,
Bauarbeiter, die den neuen Elbtunnel mit gebaut haben und nur mit Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten und Mut, eine so wagemutige Arbeit aufnehmen konnte,
Wildhüter (in den Hamburger Wildgehegen, dessen Arbeit auch immer Ausdruck des Respekts für die Natur, das Erhalten von Freiräumen für Mensch und Tier ist)
Polizist (der Respekt zeigen muß und selten Respekt erlebt) Ehepaar, das die goldene Hochzeit erlebt hat und nur mit Respekt und Vertrauen soweit gekommen ist, ein Ausländer, der seit vielen Jahren hier ist und nun sein Alter fern der Heimat erlebt und mit Mut dieser dritten Lebensphase entgegen geht, ein Flüchtling aus der ehemaligen DDR oder jemand, der bis zur Wiedervereinigung dort nicht regimetreu gelebt hat und Vertrauen musste, ein Obdachloser, der den langsamen sozialen Abstieg erlebt hat und nur mit Mut und Vertrauen auf andere, jeden Tag wieder angreift, um einen Schritt voran zu kommen.
Wenn eine Idee gefunden ist, muss die Klasse zunächst die Kontaktaufnahme planen und sich u.a. Gedanken darüber machen, ab wann jemand „alt“ ist. Macht dieses nur das Alter aus oder vielleicht auch die Zugehörigkeit zu einer Berufsgruppe, die nicht mehr nachgefragt wird oder das Festhalten an Traditionen und Werten, die heute nicht mehr modern sind?
3. Phase
Nach der ersten Kontaktaufnahme muss sich die Klasse Gedanken darüber machen, was sie von dem Porträtierten bei ihrem ersten Interview wissen möchte und ein Konzept für dieses entwerfen. Um die ganze Klasse einzubinden und allen Talenten gerecht zu werden, sollte das Projektergebnis in Form einer Collage gestaltet werden. Das ermöglicht sowohl die Integration von Fotos, als auch schriftliche Beiträge, die als klassisches Frage-Antwort-Interview abgedruckt werden können; andere Teilnehmer können dazu Erlebnisberichte und persönliche Gedanken in kleinen „Essays“ beitragen.
Die Hoffnung ist, dass sich nach dem ersten Kontakt ein Bild von dem Porträtierten ergibt, dass weitere Fragen geradezu zwingend macht, da man Informationen erhalten hat, die einen überraschen, erschüttern oder einfach nachfragen lassen. Deshalb ist es durchaus denkbar und wünschenswert, dass sich die Klasse wiederholt mit ihrem „Menschen mit Geschichte“ trifft. Vielleicht kommt dieser auch einmal in die Klasse. Bestenfalls ist der Porträtierte bereit, die Collage mit einem eigenen Erfahrungsbericht über sein Zusammentreffen mit den Schülern zu ergänzen.
4. Phase
Nach der Sammlung des Materials muss sich die Klasse nun wieder schulintern an die Ausarbeitung und Zusammenstellung ihres Projektbeitrages machen. Dabei könnte man versuchen, das Engagement der Lehrer und Schüler durch den Besuch von „Profis“ zu belohnen und zu unterstützen. Denkbar sind Buchillustratoren , Grafiker, Fotografen o.ä.
5. Phase
Nach der Einsendung der Beiträge erfolgt eine Schlussredaktion durch Thalia, das Hamburger Abendblatt und einen prominenten Herausgeber. Dabei werden die „besten“ Beiträge für das zu schaffende Buch ausgewählt. Die Beiträge, die diesen Schritt nicht geschafft haben, könnten auf einer Website präsentiert werden. In den regional „zuständigen“ Thaliafilialen ist eine Begleitung der Projektarbeit durch Schaufenstergestaltung oder Präsentationen in der Filiale denkbar. Dabei käme es dann zu dem Dreiklang: Eine Schule – Ein Stadtteil – Eine Thaliafiliale.
6. Phase:
Es folgt die Zusammenstellung des Buches, das Layout, der Satz, der Druck. Eine Aufteilung des Buches nach Stadtteilen oder Regionen erscheint im Hinblick auf den anzusprechenden Käuferkreis sinnvoll. Zu diesen Phasen könnte man die teilnehmenden Klassen für einen Klassenausflug einladen, bei dem sie den Profis über die Schulter schauen können. Statt eines Preises für die besten Beiträge, könnte dieses ein attraktiver Abschluss der Teilnahme sein.
7. Phase:
Zur weiteren Vertiefung und nachhaltigen Wirkung der Projektarbeit sind folgende Schritte denkbar:
Das Abendblatt könnte die Beiträge in einer Serie abdrucken.
Die Klassen könnten zu „Lesereisen“ zu anderen Teilnehmer fahren.
Prominente Hamburger lesen aus diesen Büchern in Anwesenheit der Klasse und des Porträtierten in den Thaliafilialen.
Die Schule integriert diese Arbeit wiederkehrend in ihre Projektwochen.
Wie werden Werte bei diesem Projekt transportiert?
Neben der Themengebung erleben die Schüler schon bei der Arbeit an dem Projekt die positive Wirkung der Verinnerlichung von Werten. So müssen sie als „Journalisten“ Durchhaltevermögen und Pünktlichkeit zeigen. Im Umgang mit „ihrem“ älteren Menschen werden sie erfahren, dass ihnen Respekt und die Berücksichtigung von Umgangsformen die Arbeit und den Kontakt erleichtern werden. Die Arbeit in der Gruppe führt dazu, dass Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft aber auch Teilen können von Erfolg/Rückschlag trainiert werden.
Zum anderen sollen Werte durch die Inhalte der Arbeiten transportiert werden. Die „Menschen mit Geschichte“ schildern Erlebnisse und Erfahrungen, die bei ihnen Verhalten getragen von Mut, Vertrauen, Treue, Rücksichtnahme o.ä. erfordert haben.


